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Gewächshaus und Orchideengarten
Amelie und Louis Joliot
      Amelie und Louis Joliot wohnen seit 70 Jahren in einem der schönsten Orte Frankreichs. Das Städtchen Avignon sieht dank seiner mittelalterlichen historischen Architektur aus, als ob in ihm die Zeit stehen geblieben wäre, aber nicht bei der Familie Joliot. Bill kennen Sie bereits. Das ist der Bruder von Amelie, der in Paris, seinen Garten und die kleine Enkelin Colette verliebt ist. Jetzt lernen Sie das Ehepaar Joliot aus dem reizenden Avignon kennen. Sie leben hier seit ihrer Geburt und haben sich hier vor 50 Jahren in der schönen gotischen Kathedrale das Jawort gegeben. Ihr ganzes Leben lang sind sie in sich und in ihre Blumen verliebt. Amelie hat einen einzigartigen Gewächshaus-Garten geschaffen und Louis pflegt mit der Präzision eines Uhrmachers seine geliebten Orchideen, die nicht nur in ganz Frankreich bekannt sind, sondern sogar Fans im exotischen Dubai haben. Was ist an ihnen so besonders? Sehen Sie sich Amelies Garten und Louis' Orchideen an. Die Dämmerung hat eingesetzt. Gehen sie nur hinein. Das Licht brennt bereits, die Tür ist nur angelehnt. Treten Sie ein, werte Gäste!

      Amelies Gewächshaus sieht ... hmm ... auf den ersten Blick wie ein weißes griechisches Häuschen aus. Aber lassen Sie sich nicht vom ersten Eindruck täuschen, denn alles ist genau durchdacht und das Ergebnis der Arbeit einer sehr erfahrenen Gärtnerin. Das Gebäude aus geweißtem Holz ist kunstvoll gefertigt und verglast worden. Sein Geheimnis steckt im Detail. Gleich hinter der Steinmauer verläuft ein Marmorweg, der sogleich nach rechts zu einer wunderbaren kleinen Quelle führt. In dieser schwimmen die Lieblinge der Familie Joliot. Sehen Sie sie? Dort hat Amelie in aller Eile ihre Gummistiefel liegen gelassen. An anderer Stelle sieht man massive Blumentöpfe, die mit Laub geschmückt stolz ihre Rundungen präsentieren. Im Hintergrund wartet ein Lorbeerkranz in der Fensternische auf seinen Gewinner. Ringsherum verneigen sich vor ihm mit jedem Windzug schlanke Lärchen.

     Der Orchideengarten von Louis ist eine andere Geschichte. Er wird erfüllt von der Schönheit stolzer Blumen, die wie persische Prinzessinnen in bunten luftigen Gewändern aussehen, welche sanft ihre Figur verhüllen. Es verwundert nicht, dass Louis sich mit solcher Sorge und Hingabe um sie kümmert. Hier ist sein Königreich und hier fühlt er sich am besten, besonders wenn er der Hitze des Tages oder der Kälte des Abends entkommen möchte. Hier, inmitten der Blumen, hat er seinen Lieblingsstuhl, auf dem er mit Vergnügen Platz nimmt, um sich an seinem Werk zu erfreuen. Louis züchtet mehr als ein Dutzend Orchideenarten und kennt sie alle hervorragend. Nach so vielen Jahren ist er ein perfektionistischer Kenner geworden. Er weiß, was seine duftenden Schönheiten brauchen. Die rosafarbenen Orchideen sind etwas wählerisch und launisch wie Königinnen. Deshalb hat er sie vorsichtig in hölzernen Blumentöpfen aufgehängt, damit ihnen der Durchzug nicht schadet. Seine Lieblinge, die weißen Blumen mit den neckischen Sommersprossen, hat er wie Königinnen auf einem Moosteppich gebettet und in eine vergoldete Vase gesetzt. Jetzt kann jeder ihre außergewöhnliche Schönheit bewundern. Etwas weiter im Hintergrund, aber alles andere als im Abseits, haben empfindlichere Arten, besonders blaue Orchideen auf einer breiten bequemen Holzbank, wo sie vor Wind und übermäßiger Sonneneinstrahlung geschützt sind, ihren Platz gefunden. Aber kehren wir in Amelies Asyl zurück. Täglich ordnet, schneidet, gießt und pflegt sie mit großer Sorgfalt ihr Königreich, das es ihr mit wundervollen Düften und einem großen Farbenreichtum dankt. Sie betritt das Gewächshaus, breitet ihr Werkzeug auf der Holzbank aus. Außerdem hält sie auch eine kleine Schubkarre für notwendige Arbeiten bereit. Die Blätter auf dem geneigten Dach sind etwas zu viel, also bittet sie Louis, dass er dieses blättrige Temperament etwas zügeln möge. Jetzt nur noch ein Schluck ihres Lieblingskaffees. Ja, jetzt ist sie bereit. Louis wartet schon auf sie. So verabschieden wir uns von ihnen in ihrem geliebten Blumenreich. Au revoir!

 
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